Tonspur #3 – Die Weihnachts-Edition

by on 12/23/2014

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Immer wieder zücke ich während des Filmeschauens Notizbüchlein und Kuli, um mir fremde Songtextfragmente zu notieren oder hastig Titel und Künstler aus dem Abspann abzuschreiben. Ob original komponierter Score oder sorgfältig kuratierter Soundtrack, ohne Musik wären Filme nur halb so schön und reichlich überraschende Fundstücke aus dem Kino haben schon meine Playlists bereichert. Die absoluten Lieblinge dokumentiere ich deswegen in komprimierter Form – in meiner Tonspur.

© Katrin Doerksen

© Katrin Doerksen

Aus dem Film: Nightmare Before Christmas von Henry Selick
Interpret: Jack Skellington
Titel: What’s This

Beginnen wir mit einem wunderbaren Kleinod: Nightmare Before Christmas gefällt wegen seiner charmanten Unkonventionalität sogar Weihnachtsmuffeln. Und bei dem Lied What’s This werde ich jedes Mal selbst zum Kind, das endlich das Wohnzimmer mit dem geschmückten Baum betreten darf.

Aus dem Film: Der kleine Lord von Jack Gold
Interpret: Folksong
Titel: Golden Slippers

Der kleine Lord ist ein typischer Film, der nur zu Weihnachten funktioniert. Jedes Jahr verdrücken mein Papa und ich dabei wieder eins, zwei Tränchen. Aber Amüsement gibt es auch. Die Golden Slippers-Ballszene mag nicht die weihnachtlichste Szene sein (dafür muss man eher an das Ende schauen), jedoch ist es mit Sicherheit die Bestgelaunteste.

Aus dem Film: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel von Václav Vorlícek
Komponist: Karel Svoboda
Titel: Motiv 1

Natürlich, der kultigste Weihnachts-Kultfilm darf keinesfalls fehlen. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel muss einfach angeschaut werden, weil romantisch UND lustig UND clever. Und die Musik von Karel Svoboda ist das reinste Träumchen.

Aus dem Film: Meet Me in St. Louis von Vincente Minnelli
Interpretin: Judy Garland
Titel: Have Yourself a Merry Little Christmas

Und nun noch ein amerikanischer Klassiker. Mit der wunderbaren Judy Garland. Eigentlich muss man den Film gar nicht gesehen haben, denn die Szene spricht für sich. Wenn Garland mit ihrer tiefen, melodiösen Stimme singt, dann erzählt sie auch ohne die narrative Ebene von Traurigkeit und Hoffnung.

Aus der Serie: Gilmore Girls
Interpret: Bing Crosby
Titel: I’ll be Home For Christmas

Nagut, die Gilmore Girls sind kein Film, dafür besticht die Serie aber durch wunderbare Weihnachtsepisoden mit ganz eigenen Traditionen: Zuckerstangenkaffee bei Weston’s, rote und grüne M&Ms auf dem Müsli und selbstgebastelte Ketten aus Popcorn und Cranberries. Den perfekten, ironiegebrochen schmalzigen und wehmütigen Soundtrack dazu liefert Bing Crosby.

Aus der Serie: Gilmore Girls
Interpret_Innen: The Waitresses
Titel: Christmas Wrapping

Wer die Gilmore Girls regelmäßig schaut, weiß, dass es dort nicht nur kitschig zugeht. Die Hauptfigur Lorelai liebt die Musik der Achtziger, New Wave, The Waitresses, Christmas Wrapping. Wunderbar unsentimental, wunderbar ruppig und gut gelaunt.

Aus dem Film: White Christmas von Michael Curtiz
Interpret_Innen: Bing Crosby & Danny Kaye
Titel: White Christmas

An Heiligabend darf es auch mal kurzzeitig ironiefrei werden. Und bei Ironiefreiheit fallen mir doch spontan US-Musicals aus den 50er Jahren an. Ganz vorne mit dabei ist ohne Zweifel White Christmas, an dessen Ende Ballerinas und erwachsene Menschen in pelzbesetzten Roben auf der Bühne stehen und schließlich ein ganzer Saal mit einstimmt: „I’m dreaming of a white… Christmas…“ Jederzeit würde das wohl hauptsächlich dafür sorgen, dass dir die Kekse wieder hochkommen – aber nicht am Heiligabend.

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