Trumans gewalttätiges Horrorjahr

by on 03/19/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 20., 21. & 22. März 2015

cutrin empfiehlt A Most Violent Year von J.C. Chandor im Kino

© SquareOne/Universum

© SquareOne/Universum

Eigentlich bin ich etwas widerwillig in A Most Violent Year gegangen, denn nach Gewalt steht mir nicht unbedingt an jedem sonnigen Frühlingsnachmittag der Sinn. Aber dann hat J.C. Chandor doch bewiesen, dass er anscheinend alles kann. Sein neuer Film ist ein sehr langsam erzähltes Stück Arthousekino ohne actionhafte Aufmerksamkeitshascherei über die Korruption im New York Anfang der 80er Jahre, in wunderschönes Licht getaucht und wie aus dem Armani-Lookbook ausgeschnitten. Ein wahrer Augenschmaus, inklusive Jessica Chastain, Oscar Isaac und David Oyelowo. Ich gebe zu: die gemächliche Erzählweise wird nicht unbedingt jedem gefallen – aber versucht es. Ich sag euch, es lohnt sich. Für mehr Infos: hier habe ich eine ausführliche Kritik verfasst.

quadzar empfiehlt Chronicle von Josh Trank am Freitag, den 20. März um 22:20 Uhr auf Pro7

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Chronicle ist einer dieser Filme, die ich von Beginn an hassen wollte. Damals hatte ich noch eine ausgeprägte Aversion gegenüber dem in den allermeisten Fällen unsinnigen und einfallsarmen Found-Footage-Format. Chronicle war neben dem Horrorfilm The Borderlands aber einer der Filme, die mich dafür wieder hoffen ließen. Mit anderen Worten: Das Format macht halbwegs Sinn und ist nicht nur ein Gimmick (aber ein bißchen schon). Genau wie erwähnter Horrorfilm beeindruckt Chronicle nämlich vor allem durch einen starken Plot und noch stärkere Darsteller. Die Teenager Andrew (Dane De Haan), Matt (Alex Russell) und Steve (Michael B. Jordan) bekommen durch einen rätselhaften Meteoriten telekinetische und telepathische Kräfte. Drehbuchautor und Comicbuch-Leser Max Landis (der von der Drunk Comic Book History und ja, der Sohn von John Landis) bringt uns zusammen mit gerade am Fantastic Four – Reboot arbeitenden Regisseur Josh Trank eine zahlreiche Klischees umgehende, dramatische Was-Wäre-Wenn-Charakterstudie. Und Destruction-Porn. Viel davon. Eine ausführlichere Chronicle Kritik hat filmosophie schon vor einiger Zeit geschrieben.

dennis empfiehlt Die Truman Show von Peter Weir am Samstag, den 21. März um 20:15 Uhr auf Servus TV

Truman Show

© Paramount Pictures Germany

Die Truman Show, die mittlerweile 7 Jahre alt ist, war 1998 visionär und ist heute bittere Wahrheit. Der einzige Unterschied ist, dass das damals nur ein einziger Mensch Zentrum dieses ganzen mediale Medienzirkus ist und es heute die ganze Menschheit ist – und manche diese Position sogar in vollen Zügen genießen. Der im kern bitterböse und eigentlich traurige Film von Peter Weir ist ein Klassiker und ich kann bis heute nicht begreifen, dass Jim Carrey, der hier in der Hauptrolle brilliert und dabei auch die ganze Bandbreite der Emotionen darbietet, für seine Darbietung keinen Oscar bekommen hat. Doch nicht nur Carrey und die Geschichte, sondern auch die Nebendarsteller Ed Harris, der hier den Gottgleichen Macher dieser Reality-Show mimt, und Laura Linney machen den Film zu einem Film, dem man sich eigentlich immer wieder anschauen könnte, ohne das es dabei langweilig wird.

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