Väter, Söhne, Erwachsenwerden und Familie

by on 09/25/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 27. und 28. September 2014

cutrin empfiehlt Like Father, Like Son von Hirokazu Kore-eda im Kino

© Film Kino Text

© Film Kino Text

Like Father, Like Son von Hirokazu Kore-eda hat mal wieder ganz entscheidend meine Begeisterung für japanische Dramen befeuert. Das Drama erzählt die Geschichte einer finanziell gut gestellten Familie, die eines Tages erfährt, dass ihr Sohn nach der Geburt vertauscht wurde. Sollen sie die Kinder jetzt zurücktauschen? Was wiegt schwerer: Blutsverwandtschaft oder die soziale Bindung, das Umfeld? Like Father, Like Son erzählt in liebevollen Bildern und ohne Partei zu ergreifen, einen moralischen Zeigefinger zu heben oder sein Publikum billig zu manipulieren. Und vor allem verhandelt er nicht nur einen Einzelfall, sondern Fragen, die sich in jeder Familie stellen – und die wohl viel öfter ausgesprochen werden sollten.

© Edel Germany

© Edel Germany

filmosophie empfiehlt Short Term 12 von Destin Daniel Cretton 12 auf DVD

Short Term 12 mag vielleicht eine etwas vorhersehbare Coming of Age Geschichte sein, doch die Qualität dieses Films liegt an anderer Stelle. Regisseur Destin Daniel Cretton erzählt die Geschichte seiner Hauptfigur anhand der sie umgebenden Charaktere. Diese indirekte Charakterisierung verhindert, dass die Geschichte der jungen Sozialarbeiterin ins Rührselige abgleitet. In den Geschichten ihrer jugendlichen Klientinnen und Klienten spiegelt sich Grace‘ (Brie Larson) eigene Kindheit und Jugend und im Kampf ihrer Schützlinge letztlich auch der Kampf der erwachsenen Frau, sich von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien. Short Term 12 ist ein berührender Film über emotionale Narben, aber auch über die Möglichkeit, mit ihnen zu leben.

dennis empfiehlt Blind Side – Die große Chance von John Lee Hancock am Sonntag um 20:15 Uhr auf Pro Sieben:

© Warner Bros. GmbH

© Warner Bros. GmbH

Blind Side war einer dieser Filme, die mich wirklichwirklich überrascht haben. Ich mag Sandra Bullock sehr, doch beim ersten lesen hatte mich die Geschichte nicht so begeistert. Da Bullock aber den Oscar dafür bekommen hatte, wollte ich ihn mir aber doch anschauen.
Bei genauem Hinsehen, lebt der Film zum größten Teil eigentlich von den „uramerikanischen“ christilichen Werten der Nächstenliebe und der Familie. Man kann diese und deren amerikanische Interpretation mögen oder nicht, aber ganz unbeeindruckt lassen sie einen dann doch nicht. Und wenn man sich darauf einlässt, hinterlässt einen der Film mit einem warmen Gefühl ums Herz. Das eigentlich Highlight des Films ist aber wirklich Bullock, die ihre Rolle als beschützende Mutter in meinen Augen wunderbar spielt und dabei eine Präsenz und Stärke und vor allem emotionale Tiefe hat, die sie nicht in jeder ihrer Rollen zeigt und für die sie zu Recht den Oscar für die beste Hauptdarstellerin erhalten hat.

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