Viel Costner, Radcliffe, Bernal und das Green Me Film Festival

by on 01/30/2014

Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 31. Januar, 01. und 02. Februar 2014

ben empfiehlt das 7. Green Me Film Festival in Berlin am 01. und 02. Februar 2014

© Green Me GmbH

© Green Me GmbH

Bevor die Berlinale ab nächster Woche die Augen wieder zum Brennen bringen wird, findet im Cinemaxx am Potsdamer Platz an diesem Wochenende das 7. Green Me Film Festival statt. Im Fokus des Festivals stehen Filme rund um das Thema Umwelt und Umweltschutz und im Sonderprogramm dreht sich alles um den Wolf. Wie bei einem ordentlichen Festival üblich gibt es auch einen Wettbewerb, dessen Preise dann am Vorabend der Berlinale verliehen werden. Gezeigt wird ein kunterbunter Mix aus Spielfilmen wie Promised Land und Beasts of the Southern Wild und Dokumentarfilmen wie More than Honey und Who killed the Electric Car. Besonders empfehlenswert ist meiner Meinung nach der Naturfilm Home von Yann Arthur-Bertrand, den ihr euch zwar auch auf YouTube anschauen könnt, auf einer großen Leinwand aber sicher um ein Vielfaches beeindruckender sein wird. Außerdem wird auch eine Folge von Polizeiruf 110 gezeigt, die sich mit dem Thema Wolf auseinandersetzt. Das komplette Programm des Green Me Film Festivals findet ihr hier.

cutrin empfiehlt Kill Your Darlings von John Krokidas im Kino

© Koch Media/Neue Visionen

© Koch Media/Neue Visionen

Wer in Daniel Radcliffe immer noch den bebrillten Zauberlehrling aus Hogwarts sieht, der sollte sich Kill Your Darlings ansehen, in dem der Schauspieler den jungen Beat-Poeten Allen Ginsberg verkörpert. Der Streifen erzählt von den Anfängen der Beat-Strömung, die in einer Zeit entstand, in denen Shakespeares Sonette noch als das einzig wahre Maß aller Dinge galten. Nachwuchsregisseur John Krokidas mixt in seinem Film fröhlich Genres wie Coming-Of-Age, Beziehungsdrama und Psychothriller und würzt alles mit einer rhythmischen Montage. Ein großes Plus sind auch die hervorragenden Darsteller wie Dane DeHaan, Ben Foster oder Michael C. Hall, die hier genau die Stimmung kreieren, die entsteht, wenn junge Menschen mit viel Euphorie gegen das Establishment kämpfen wollen. Mehr dazu lest ihr in meiner ausführlichen Kritik.

dennis empfiehlt Der mit dem Wolf tanzt von Kevin Costner am Sonntag, den 2. Februar 2014 um 20:15 Uhr auf ProSieben MAXX:

© Kinowelt

© Kinowelt

Ich erlaube mir mal an dieser Stelle zu schwärmen: was für ein toller Film! Das Meisterwerk von und mit Kevin Costner aus dem Jahr 1990 hat alles, was das cineastische Herz begehrt: wundervoll schöne Bilder, eine tolle Story, tolle Schauspieler und einen wunderschönen Soundtrack aus der Feder des leider vor kurzem verstorbenen John Barry. Abgesehen davon ist der mehrfach preisgekrönte Film auch ein filmischer Meilenstein und das in mehrfacher Hinsicht. Costner setzt den Indianern mit seinem Werk ein umfangreiches und tiefgehendes Denkmal wie kein Regisseur vor ihm. Dahingehend fasziniert auch die Genauigkeit mit der der Regisseur an die Thematik herangeht. So ist es auch kein Wunder, dass es sich bei der im Film von den Indianern gesprochenen Sprache tatsächlich um die authentische Sprache der Lakota handelt. Darüber hinaus dient sie nicht, wie in vielen anderen Western, nur als Lückenfüller, sondern wird sogar mehrere Szene lang gesprochen und verleiht dem Film eine faszinierend Wirklichkeitsnähe.
Bemerkenswert ist an diesem Film aber auch, dass Costner mit Der mit dem Wolf tanzt einen Überraschungserfolg gelandet hat. Denn zu der Zeit dachte keiner, dass ein Western Erfolg haben könnte, da dieses Filmgenre mittlerweile seine besten Tage gesehen hatte und mehr ein Nischendasein fristete.

 

© Lighthouse Home Entertainment

© Lighthouse Home Entertainment

filmosophie empfiehlt The Loneliest Planet am Freitag, den 31. Januar 2014 auf ZDF Kultur:

Zugegeben: The Loneliest Planet ist ereignisarm. Regisseurin Julia Loktev genießt es, die georgische Landschaft, die ihre beiden Protagonisten durchschreiten, in aller Gemütlichkeit zu zeigen. Die Wanderung von Alex (Gabriel García Bernal) und Nica (Hani Furstenberg) scheint zunächst ein ganz normaler Trip zweier ganz normaler, wenn auch „alternativer“ Individualurlauber zu sein. Doch die Schönheit von Loktevs Darstellung liegt im Detail, in den kleinen Momenten, die die Intimität und Vertrautheit des Paares zeigen. Und dann plötzlich passiert etwas vollkommen Unvorhergesehenes, dass die Beziehung von Alex und Nica in Frage stellt und uns mit brachialer Gewalt mit der Frage konfrontiert, wie wir selbst unsere heterosexuellen Beziehungen und die darin enthaltene Rollenverteilung leben und definieren. In dieser Hinsicht ist The Loneliest Planet sogar ein wenig verstörend, mit Sicherheit aber herausfordernd.

quadzar empfiehlt Waterworld am Freitag, den 31. Januar 2014 auf RTL II:

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Genau wie für dennis ist es auch für mich Kevin Costner dieses Wochenende. Aber nicht in einem von der Kritik gelobten, fast karrieredefinierenden Film. Nein, für mich ist es der Postapokalypsen-Schlock Waterworld. Der in Salzwasser getunkte Mad Max Klon schafft es auch heute noch, meine Nostalgierezeptoren bis aufs Äußerste zu reizen. Großer Anspruch darf bei Kevin Costner als Fischmutant und Dennis Hopper als overactendem Boss einer kettenrauchenden Minderjährigenbande namens Smokers natürlich nicht erwartet werden. Aber es ist gerade dieser Trash-Faktor, der mich immer wieder zum Einschalten bewegt. Und wer will, kann sogar eine absolut nicht als unterschwellig zu bezeichnende Kritik an der Ressourcenverschwendung auf unserem Planeten herauslesen. Ist aber absolut nicht nötig. Einfach Hirn ausschalten und Waterworld einschalten.

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