Von Traumschiffen, Osteuropa & der verkorksten MTV-Jugend

by on 08/30/2013

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cinephile Wochenendgestaltung am 31. August und 01. September 2013

 

cutrin empfiehlt: The Cruel Sea, Sonntag (01. September 2013) um 18:00 Uhr im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

© Intergroove Media

© Intergroove Media

Für Schiffe habe ich eine echte Schwäche, sei es nun im realen Leben oder auch auf der Leinwand. Auf Letzterer gibt es da nämlich durchaus mehr zu sehen als tuntige Piraten vom Typ Keith Richards oder Schmachtfetzen à la Titanic oder gar Das Traumschiff. Das Kino im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main zeigt deswegen eine ganze Filmreihe unter dem Titel „On the Boat“, die am Sonntag um 18:00 Uhr mit dem Kriegsfilm The Cruel Sea von Charles Frend (1953) startet. Darin geht es um die Besatzung einer britischen Korvette, die im Zweiten Weltkrieg Handelsschiffe über den Atlantik eskortieren soll. Später im September folgen maritim angehauchte Werke aus den verschiedensten Epochen und Ecken der Welt. Detaillierte Informationen gibt es auf der offiziellen Website.


dennis
empfiehlt: Serbinale, Samstag & Sonntag (31. August & 1. September 2013) im Babylon Berlin (Mitte)

© SERBINALE

© SERBINALE

Filme aus Osteuropa oder genauer gesagt aus dem Balkan kommen in den deutschen Kinos und bei den Zuschauern definitiv zu kurz. Filmosophen sind da keine Ausnahme. Ein Grund mehr, ihnen auch ein Festival zu widmen. Die SERBINALE, die vom 29. August bis 1. September im Babylon in Berlin-Mitte zum ersten Mal stattfindet, bietet Einblicke in die Neue Kunst aus Serbien und will eine systematische Auseinandersetzung mit der reichhaltigen und vielfältigen Kunst und Kultur aus dem Balkan erreichen. Sie zeigt aktuelle Arbeiten serbischer Künstler, Filmemacher und Musiker, und somit die hoffentlich nicht einmalige Chance, Eindrücke aus dem jungen und kreativen Schaffen einer Nation zu bekommen, die oftmals zu wenig beachtet wird. Das Programm des Festivals und die Übersicht der dort laufenden Filme findet ihr auf der Website der SERBINALE.

 

patrick empfiehlt: Spring Breakers auf DVD/Blu-Ray

© Wild Bunch Germany

© Wild Bunch Germany

Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, der sollte das schnellstens nachholen. Er wird durchaus kontrovers aufgenommen, aber für mich ist es nach Before Midnight bisher der Film des Jahres. Man muss sich auf jeden Fall auf den Film einlassen, aber wenn man das macht, dann versinkt man in den bunten Glitzerwelten der Spring Breakers, die auf ihrer, vom Sonnenuntergang bestrahlten Terrasse Britney Spears-Lieder am Klavier singen und dazu mit AK47 rumtanzen. Auf den ersten Blick scheint nicht viel hinter diesem Film zu stecken, der eher oberflächliche Charaktere, Dialoge und Szenarien zu bieten hat. Aber wenn man hinter diese Fassade blickt, sieht man die Intention, die Harmony Korine genau mit dieser Oberflächlichkeit hatte: Ein Abgesang auf die verkorkste „MTV-Jugend“, die keine wahren Ziele im Leben hat. Ein toller Film, der den Zeitgeist perfekt trifft und der spätestens jetzt beim Heimkino-Start, von vielen Menschen (vor allem in unserem Alter) gesehen werden sollte. Ab in die nächste Videothek, aber zackig!


ben empfiehlt: V wie Vendetta, Sonntag (01.09.2013) um 20.15 Uhr auf RTL 2 

© Warner Home Video

© Warner Home Video

„Es scheint, als hätte sich die Programmleitung von RTL 2 vom parallel laufenden TV-Duell zur Bundestagswahl inspirieren lassen und zeigt für alle Desinteressierten den Revoluzzer-Film V wie Vendetta. Der Film spielt in einer dystopischen Welt in den 2030er Jahren in London, und erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte eines maskierten Freiheitskämpfers, der sich zum Ziel gesetzt hat, das totalitäre Regime zu stürzen. Inzwischen dürfte jedem zumindest die Verkleidung des Rächers bekannt sein, denn dieser trägt die zwischenzeitlich äußerst populäre Guy-Fawkes-Maske, die dem Internetkollektiv Anonymous als Erkennungszeichen und Identitätsschutz dient. Meiner Meinung nach ist V wie Vendetta eine der besten Comicverfilmungen in letzter Zeit und allein Natalie Portmans Performance macht den Film (immer wieder auf’s Neue) sehenswert. Viva la Revolución!“

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